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Social Proof – So erlangen Sie Thought Leadership in den Social Media

Was ist Social Proof?

Der englische Begriff Social Proof oder zu Deutsch Soziale Bewährtheit beschreibt das psychologische Phänomen, wenn sich Menschen – insbesondere bei Unsicherheit – an anderen Menschen orientieren. Dieses Konzept wird im Marketing verwendet, um das Verhalten von potenziellen Kunden zu charakterisieren. Als „sozial bewährt“ gilt ein Verhalten, das auch viele andere potenzielle Kunden an den Tag legen.

Um Thought Leadership oder auch Meinungsführerschaft bei Kunden oder anderen wichtigen Zielgruppen aufzubauen, ist es wichtig, eine führende Position in den Köpfen der Menschen aufzubauen. Also gilt es, Themenführerschaft für wichtige Informationsbereiche der eigenen Zielgruppe zu übernehmen und dort Vertrauen in die eigene Kompetenz und Meinung aufzubauen. Da Menschen sich im Digitalen Zeitalter vermehrt primär über die sozialen Medien informieren, wird die Themenführerschaft und Positionierung als Thought Leader in den sozialen Medien immer wichtiger – wenn nicht sogar überragend wichtig. Nicht nur der Ausgang internationaler Wahlen wird mittlerweile bei Twitter und Facebook entschieden, sondern auch die Thought Leadership Position vieler Marken und Persönlichkeitsmarken.

Der Social Proof gibt dabei den Aussschlag, weil er die Basis für die Glaubwürdigkeit und den Einfluss einer Person oder Marke in den sozialen Medien widerspiegelt. Ohne einen hohen Social Proof ist eine Thought Leadership in Social Media nicht realisierbar. Aber was genau ist nun Social Proof und welche Bedeutung hat er für Thought Leadership?

Am besten erklärt man Social Proof an einem Beispiel.

  • Person 1 und 2 kaufen ein bestimmtes Produkt, sagen wir zum Beispiel einen Tablet Computer. Person 3 interessiert sich für den Kauf eines Tablets und kennt die Personen 1 und 2.
  • Person 3 vertraut den Personen 1 und 2 in ihren Kaufentscheidungen und schätzt beide als Experten oder Influencer ein. Daher kauft Person 3 ebenfalls das besagte Tablet.
  • Die Kaufentscheidung von Person 3 ist ein sozialer Beweis (Social Proof) für die Influencer-Stärke der Personen 1 und 2.

Je mehr Personen sich in ihrer Kaufentscheidung durch Influencer-Wirkung beeinflussen lassen, desto höher ist der sichtbare Social Proof. Das gilt nicht nur für Kaufentscheidungen, sondern natürlich vor allem in den sozialen Medien für den Einfluss auf Likes, Shares oder Empfehlungen. Dieser soziale Einfluss kann Meinungen, Einstellungen und Kaufentscheidungen prägen. Influencer brauchen und haben einen enormen Social Proof.

Dabei ist die Soziale Bewährtheit kein Begriff, der nur im Bereich des Social Media Marketing anzutreffen ist. Er wird vielmehr im gesamten Marketing verwendet, um Kaufentscheidungen und Meinungen gezielt zu beeinflussen. Auch Fernsehwerbung und Kooperationen mit prominenten Personen (Brand Ambassadors) basieren auf dem Konzept der sozialen Bewährtheit.

Social Proof im Social Media Marketing

Nutzen Sie dieses Konzept besonders für das Social Media Marketing Ihrer Marke oder auch Persönlichkeitsmarke. Beginnen Sie mit einer Analyse der Interessengebiete Ihrer Idealkunden oder Buyer Personas. Sie wollen nicht für jedermann ein Influencer sein, sondern nur für die Menschen, die sich für Ihr Thema interessieren, und die in diesem Themenbereich selbst möglichst einflussreich und resonanzstark sind. Sie bauen Ihren eigenen Social Proof aus, indem Sie Menschen mit möglichst hohem Social Proof für sich gewinnen.

Social Proof ist ein wichtiges Gestaltungsprinzip des Thought Leadership Marketing. Sie kennen es von sich selbst: auf welche Blogposts, Tweets, Facebook-Einträge oder Xing-Mitglieder werden Sie besonders aufmerksam? Auf genau die mit den hohen Follower-Zahlen, vielen Kommentaren oder vielen Shares. Soziale Geltung ist die unausgesprochene Währung der heutigen Ökonomie der Aufmerksamkeit (Attention Economy) und darf daher für Thought Leadership nicht vernächlässigt werden.

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Social Proof – Der Treiber von Thought Leadership in den sozialen Medien

Im Prinzip ist es ganz einfach, Social Proof im Thought Leadership Marketing einzusetzen. Sie müssen Ihren Kunden oder Lesern die Möglichkeit geben, ihre Meinung zu äußern, die allerdings auch von anderen gesehen werden kann. Je mehr Menschen das tun, um so mehr steigt die soziale Akzeptanz Ihres Content und damit Ihrer Influencer-Position.

Hier sind einige Beispiele, wie Sie mit Ihrem Content neue soziale Interaktionen fördern können:

  • Erstellen Sie eine Kommentarfunktion auf Ihrer Website bzw. Ihrem Blog.
  • Integrieren Sie Social Sharing Buttons auf Ihrer Website z.B. den Like-Button von Facebook, den Retweet-Button von Twitter etc.
  • Versuchen Sie, etablierte Thought Leader der für Ihren Content relevanten Industrie dazu zu bringen, etwas über Sie, Ihr Produkt oder Ihre Seite zu schreiben.

Je mehr positiven Kommentare anderer Menschen auf Ihrem Blog oder auf Ihrem Profil bei Facebook und Co. eingehen (z.B. als Likes oder Follower), um so mehr Menschen werden das allein als guten Grund ansehen, Ihnen zu vertrauen und Ihre Meinungen als relevant anzusehen. Im besten Falle führt das sogar zu neuen Kaufentscheidungen dieser Menschen.

Social Proof begünstigt Thought Leadership

Es ist leicht einleuchtend, dass ein hoher Social Proof dabei hilft, Thought Leadership in den Sozialen Medien aufzubauen. Umgekehrt erleichtert eine bereits eingenommene Position als Thought Leader in einer Zielgruppe den schnellen Aufbau eines hohen Social Proof.

Social Shares

Ihre Facebook Likes und Twitter Follower sprechen eine deutliche Sprache über Sie. Wer liest, kommentiert und teilt Ihren Content? Wie groß ist die soziale Reichweite dieser Menschen? Und wie handlungsauffordernd ist der Content, den Sie produzieren und den Menschen weiterverbreiten? Die Anzahl Ihrer Follower, Likes etc. verdeutlichen anderen Menschen, ob man ihren Content lesen sollte. Die Quantität Ihrer Follower und Likes wird als Indiz für die Qualität Ihres Content gewertet. Das ist weder gut noch schlecht – im Zeitalter der sozialen Aufmerksamkeit ist das einfach so. Und nur mit einer hohen Beachtung in den sozialen Medien können Sie dort Thought Leadership für Ihr Thema aufbauen.

Kommentare

Wenn Ihr Content von vielen Menschen intensiv kommentiert und diskutiert wird, werden weitere Menschen schnell darauf aufmerksam – genau wie bei den Social Shares. Fördern Sie also die Diskussion, indem Sie Ihren Content gezielt promten und sogar bewerben. Die Kommentare anderer Menschen unterstützen die inhaltliche Reichweite Ihrer Thesen und Meinungen – auch wenn Ihr Content kontrovers diskutiert wird. Getreu dem alten Motto: Besser im Gerede als gar nicht im Gespräch.

Allerdings sollten Sie immer Diskussionen Ihrer Inhalte verfolgen und ggf. steuernd eingreifen, um die Qualität und Richtung der Meinungsbildung zu sichern. Die Quantität der Kommentare spielt oftmals in der Wahrnehmung (leider) eine größere Rolle als die Qualität der Diskussion. Ein Artikel mit 100 Kommentaren wird meistens häufiger gelesen als ein Artikel mit nur einem oder sogar keinem Kommentar. Thought Leadership ist in den sozialen Medien kein statisches Konzept, sondern an Ihre ständige Dialogbereitschaft mit Menschen geknüpft – wenn es sein muss, rund um die Uhr.

Scoring-Werte

In Deutschland spielen Online-Portale wie Klout und Traackr noch keine besonders große Rolle. Das sind Online-Systeme, die in Echtzeit Ihre soziale Aktivität erfassen und insbesondere die Reichweite Ihrer sozialen Aktivitäten. Gerade Klout spielt bereits in den USA eine wichtige Rolle. Klout erfasst Ihren Social Proof und gibt Ihnen einen sogenannten Klout-Score. Amerikanische Job-Bewerber werden mittlerweile offensiv nach ihrem Klout-Score gefragt oder vorab gescreent und bei niedrigem Klout-Score erst gar nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Thought Leadership verlangt nicht unbedingt einen hohen Klout-Score – aber ein hoher Klout-Score erleichtert und demonstriert Ihre Thought Leadership ungemein.

Personen mit hohem Klout-Score werden in den USA von der Firma Klout mit Incentives verschiedenster werbender Marken beglückt. Dazu gehören z.B. Gratis-Übernachtungen in Hotels oder kostenlose Leih-Fahrzeuge neuer Automodelle. Der Sinn dahinter ist, dass man so leichter die Thought Leader eines themas (z.B. Automobil-Blogger) dazu gewinnen kann, um über das beworbene bzw. incentivierte Produkt in den sozialen Netzwerken zu berichten.

Auch das ist ein Phänomen der Aufmerksamkeitsökonomie, in der wir leben. Und es ist auch in Deutschland bereits fest etabliert. Influencer mit hoher Reichweite auf YouTube oder Instagram werden besonders von Marken und Vermarktern hofiert und können oft bereits als eine Art „Celebrity“ Ihren Lebensunterhalt davon bestreiten – oder sogar vermögend werden.

Fazit

Menschen orientieren sich an Menschen. Sie orientieren sich besonders an der Meinung des Vordenkers oder Thought Leader, der für sie die führende Meinung in einem bestimmten Thema vertritt. Dabei machen die Menschen kaum einen Unterschied zwischen offline oder online. Bei der Entscheidungsfindung kommen diese Verhaltensmuster besonders zum Tragen, wenn Unsicherheiten auftreten. Je unsicherer Menschen in ihrer Entscheidungsfindung sind, desto mehr suchen sie die Meinung vertrauensvoller Kompetenzträger und Thought Leader.

Aus diesem Grund kann Social Proof durchaus als einer der stärksten Trigger in der Konsumpsychologie und Kundenforschung betrachtet werden. Mit der zunehmenden Bedeutung der Social Media wird Thought Leadership in den sozialen Medien für Unternehmen und Marken zum zentralen Faktor in Marketing und Unternehmenskommunikation.

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